Utensilien für die Teezubereitung auf traditionell chinesische Art

Aufgrund unterschiedlicher Teearten und Teesorten sowie regionaler Bräuche, die sich in China stark voneinander unterscheiden können, ist es unmöglich, eine Art der Teezubereitung als traditionell chinesisch zu bezeichnen. Gleiche Teearten werden hunderte Kilometer weit voneinander entfernt angebaut und zubereitet, was zu vielen lokalen Eigenheiten bei der Zubereitung und der Verwendung verschiedener Utensilien geführt hat. Diese Auflistung beinhaltet die Utensilien, die, in der einen oder anderen Form, in ganz China bei der Teezubereitung gebräuchlich sind.



Gaiwan: „Bedeckte Schale“

In früherer Zeit wurde aus dieser Schale getrunken, indem der Deckel einen Spalt breit geöffnet und zusammen mit Tasse und Untertasse zum Mund geführt wurde. Später entwickelte sich der Brauch, die Gaiwan wie eine Teekanne zu verwenden. Das Ausgießen erfolgt ebenfalls mit einer Hand und erfordert Geschick, da das Porzellan sich schnell erhitzt und daher nur am obersten Rand gehalten werden kann. Der Deckel darf dabei nicht zu weit geöffnet werden, um die Teeblätter in der Gaiwan zu halten und ein Verbrühen der Hand zu vermeiden. Im Vergleich zur chinesischen Teekanne kann die Gaiwan weit geöffnet werden, was ein rasches Ausgießen und ein leichtes Reinigen ermöglicht.


Chahu: Teekanne

Verglichen mit ihren westlichen Pendants sind chinesische Teekannen mit einem Fassungsvermögen von 150 bis 250 ml klein. Sie sind in verschiedenen Materialien erhältlich. Am bekanntesten sind die Varianten aus Ton, in denen sich aufgrund ihrer offenporigen Oberfläche Teegerüche leicht festsetzen. Bei ausschließlicher Verwendung von Teekannen aus Ton empfiehlt es sich für jede Teesorte eine andere Teekanne zu benutzen. Zubereitet werden in Teekannen aus Ton nur Oolong-Tee und Schwarzer Tee.


Gongdaobei: „Gefäß zum Ausgleichen“

Die wichtigste Funktion dieses Gefäßes besteht darin, den Tee nach dem Aufgießen aufzubewahren und den Aufguss somit nach Ablauf der Ziehzeit sofort von den Teeblättern zu trennen. Ein Gongdaobei wird auch benutzt, um einen oder mehrere Aufgüsse vor dem Ausschenken zu sammeln. Besonders, wenn auf mehrere Teetassen verteilt wird, wäre der Geschmack in den zuletzt befüllten sonst stärker als in den anderen. Um diesen Unterschied auszugleichen, wird der Tee erst im Gongdaobei „gemischt“ und danach ausgeschänkt, um für jede Tasse den gleichen Geschmack zu erreichen.


Chabei: Teetasse

Chinesische Teetassen fallen mit einem Fassungsvermögen von 50 bis 80 ml eher klein aus.






Chahe: „Teeteller“

Auf ihm werden trockene Teeblätter präsentiert, um sich am Anblick dieser zu erfreuen und sie begutachten zu können. Seinen Namen erhielt er, weil er in seiner Form dem Blatt der Lotusblume ähnlich sieht.





Chalou: Teetrichter

Bei diesem Utensil handelt es sich um einen breiten Ring mit einem Loch in der Mitte, der auf die Öffnung der Teekanne gesetzt wird. Er vereinfacht das Einfüllen der Teeblätter und vermeidet zudem Verschwendung.




Chalü: Teefilter

Dieser sehr feine Filter wird auf das Gongdaobei aufgesetzt, um beim Ausgießen kleinste Teile von Teeblättern zurückzuhalten.






Chaze: Teemaß

Ursprünglich als Maßlöffel benutzt, wird er auch Chashao, „Teeportionierer“, genannt. Er erleichtert das Entnehmen von Teeblättern aus einem Gefäß oder einer großen Packung. Teeblätter lassen sich damit leicht portionieren und in die Teekanne einfüllen, da sie an diesem „Löffel“ wie von selbst hinabgleiten.



Chajia: Teeklammer

Einer Zange ähnlich, wird dieses Utensil benutzt, um Teetassen nach dem „Waschen“ zu entleeren. Sie findet auch zum Entfernen benutzter Teeblätter aus der Teekanne Verwendung.





Chashi: „Teelöffelchen“

Dieses Utensil wird verwendet, um Rückstände von Teeblättern aus der Teekanne zu entfernen oder um Teeblättern beim Einfüllen in die Teekanne auf dem „Teeportionierer“ (Chaze) nachzuhelfen.




Chazhen: Teenadel

Mit ihr werden Teeblätter, die die Tülle der Teekanne verstopfen, beiseite geschoben. Ordnungsliebende Enthusiasten benutzen sie, um Teeblätter nach dem Einfüllen in die Teekanne zu ordnen (z. B. große oben, kleine unten) bzw. am Kannenboden gleichmäßig zu verteilen.




Chaxi: „Teeschüssel“

Sie fängt Wasser bzw. Tee auf, das beim „Waschen“ der Teetassen bzw. beim ersten Aufguss (der nicht getrunken wird) anfällt. Zudem dient sie als Ablage für bereits benutzte Teeblätter.





Chatai: „Teeplattform"


Sie fängt überschüssiges Wasser und Tee auf und fungiert als Arbeitsfläche für die Teezubereitung. Teekanne, Teetassen, Gaiwan und Gongdaobei werden auf ihr abgestellt und der Tee zubereitet.





Chajin: Teetuch

Dieses Utensil ist nötig, um überflüssiges Wasser und Tee aufzusaugen und um das Teegeschirr nach dem Ausgießen trocken zu wischen.

Aufgrund großer sprachlicher Unterschiede in China gibt es für alle Gegenstände unterschiedliche Bezeichnungen. Hier wurden die allgemein gebräuchlichen benutzt.

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