Die Geschichte der chinesischen Teekultur


Der Überlieferung nach wurde der Teegeschmack 2437 v. Chr. von einem der legendären Urkaiser entdeckt als ein Teeblatt in einen über dem offenen Feuer hängenden Kessel mit kochendem Wasser flog. Wie es sich auch ergeben haben mag, die Verwendung von Teeblättern in China ist seit mindestens 3000 Jahren belegt, da bereits der König von Zhou, der zwischen 1099 und 1050 v. Chr regierte, Tribute in Form von Tee akzeptierte. Bis in die Zeit von 770 bis 476 v. Chr. wurden Teeblätter als Nahrungsmittel gepflückt, danach entdeckte man ihren medizinischen Wert und begann mit der Anwendung von Teewasser zur Behandlung von Krankheiten.


In der Zeit zwischen 221 v. Chr. und 189 n. Chr. wurde „Tee“ zu einem Getränk. Teeblätter wurden vielerorts mit Hirse oder Reis und verschiedenen Zutaten wie Lauchzwiebeln, Ingwer und Mandarinenschalen so lange gekocht bis sich eine dickflüssige Suppe ergab. Das Teetrinken im heutigen Sinn gab es damals noch nicht, es war von „Suppetrinken“ bzw. „Suppe haben“ die Rede. Bei einigen ethnischen Minderheiten hat sich diese Zubereitungsform bis in die heutige Zeit erhalten.

Zwischen 220 und 256 wurde begonnen, Teeblätter zu dämpfen und sie in eine runde oder rechteckige Form zu pressen und über dem Feuer zu trocknen. Um Tee zuzubereiten, trennte man ein Stück davon ab, mahlte es zu Pulver, übergoss es mit kochendem salzhaltigen Wasser und schlug den Tee mithilfe eines kleinen Besens schaumig. Diese Methode verbreitete sich immer weiter und legte in der Tang-Dynastie (618-907) den Grundstein für die chinesische Teekultur. Aus dem Teetrinken wurde eine kultivierte und gesellschaftliche Aktivität mit ästhetischem, moralischem und philosophischem Charakter. Das Teetrinken wurde zum Teeschmecken, eine Gewohnheit wurde zum Genuss. Es war auch in dieser Zeit, in der das Schriftzeichen 茶 für „Tee“ entstand und das Teetrinken nach Japan (805) und Korea (823) gelangte.


Die Teezubereitung verfeinerte sich seitdem zunehmend: auf die Beigabe von Salz wurde verzichtet und das Aufschlagen mit einem Rührbesen aus Bambus, um an der Oberfläche Schaum zu bilden, wurde ein Bestandteil der chinesischen Teezeremonie, die zur Zeit der Nördlichen Song-Dynastie (960-1126) ihren Höhepunkt erreichte. Mit dem Entstehen der Teekultur entwickelten sich auch die Veredlungsmethoden weiter. Im 13. und 14. Jahrhundert wurde mit dem Rollen und Rösten von Teeblättern begonnen, was zu einer Neuheit führte: dem Aufgießen von Teeblättern in loser Form.


Spätestens im 16. Jahrhundert wurde das Aufgießen von losen Teeblättern zum Standard. Zu dieser Zeit entstand auch die Teekanne, die die Teeschale ablöste. Diese Veränderung brachte eine Vielzahl verschiedener Kannen und Tassen hervor, die auch die Basis für das im Westen gebräuchliche Teegeschirr bildeten. Das Teetrinken wurde schließlich auch in Europa bekannt, denn neue Herstellungsmethoden ermöglichten luftdichte Gefäße für die Lagerung und den Transport des sensiblen Gutes.

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