Kleines ABC chinesischer Teearten und deren Herstellung


Alle chinesischen Teearten werden aus Blättern der „Teepflanze“ (Camellia sinensis) hergestellt. Am besten lassen sie sich durch die Art und Weise, wie die Teeblätter verarbeitet werden, unterscheiden.

Grüner Tee

Für Grünen Tee werden die Blätter unter beständigem Wenden entweder in einer Eisenpfanne erhitzt oder gedämpft, um das Oxidieren zu verhindern. Danach werden die Blätter durch Rollen in Form gebracht. Der letzte Schritt ist das Trocknen, das in einer Eisenpfanne, einem Ofen oder im direkten Sonnenlicht erfolgen kann.

Weißer Tee

Weißer Tee ist die am wenigsten verfeinerte Teeart und somit die am meisten „naturbelassene“ überhaupt. Nach dem Pflücken welken die Blätter so lange unter schwachem Sonnenlicht oder im Schatten bis sie nur noch einen Feuchtigkeitsgehalt von 10-20 % aufweisen. Im Anschluss daran werden sie in einem Ofen oder unter der Sonne getrocknet, dabei wird die Feuchtigkeit auf ca. 5 % reduziert. Da beim Welken eine leichte Oxidation stattfindet, spricht man von leicht oxidiertem Tee. Seinen Namen hat der Weiße Tee von den weißen Härchen, die an ganz jungen Knospen zu finden sind.

Gelber Tee

Gelber Tee ist ein teilfermentierter Tee. Die Herstellung von Gelbem Tee ist nahezu mit der des Grünen Tees identisch. Einziger Unterschied ist, dass die angewelkten Blätter vor dem Rollen mit einer Matte bedeckt werden. Aufgrund der in der Luft enthaltenen Mikroorganismen kommt es dadurch zu einer teilweisen Fermentation, was letztlich den gelblichen Farbton hervorbringt.

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee wird in China Roter Tee genannt, da der Aufguss eine rote Farbe hat. Die Blätter beginnen auf Regalen zu welken, werden danach gerollt und anschließend in einem kühlen und feuchten Raum gelagert, wo sie oxidieren. Diese Reaktion mit Sauerstoff ist für die Herstellung von Schwarzem Tee unverzichtbar. In einem letzten Schritt landen die Blätter in einer Eisenpfanne oder einem Ofen, wo sie von der noch verbliebenen Feuchtigkeit befreit werden.

Oolong-Tee

Oolong-Tee ist ein oxidierter Tee, dessen Herstellung sehr arbeitsintensiv ist und bis zu 4 Tage dauern kann. Begonnen wird mit dem Ausbreiten der Blätter auf Bambusmatten oder Netzen, wo diese unter direktem Sonnenlicht welken. Anschließend werden die Blätter in sehr flachen Bambuskörben in Regalen bei niedrigerer Temperatur „abgekühlt“. Die Blätter müssen immer wieder durchmischt werden, um zu verhindern, dass sich zu viel Feuchtigkeit ansammelt. Das Welken und „Abkühlen“ wird je nach Sorte so oft wiederholt bis die Blätter die gewünschten Eigenschaften aufweisen. Danach werden die Blätter erhitzt, was ein weiteres Oxidieren unmöglich macht. Schließlich folgt das Rollen der Blätter per Hand, um diesen die gewünschte Form zu geben. Am Ende werden die Blätter getrocknet.

Puer-Tee

Die Blätter werden zuerst in einer Eisenpfanne erhitzt. Nachdem sie abgekühlt sind, beginnt das Rollen, bei dem die Zellwände durchbrochen und die Blätter geformt werden. Für den sogenannten „rohen“ Puer-Tee trocknen die Blätter anschließend in der Sonne und werden dann nach Güteklassen sortiert. Für „reifen“ Puer-Tee werden die Blätter mit Wasser und Mikroorganismen (thermophile Bakterien) versetzt, was die Fermentation in Gang setzt. Erst im Anschluss daran werden sie getrocknet. Puer-Tee ist als loser Tee erhältlich, wird nach dem Trocknen aber meist kurz gedämpft und in die Form einer Scheibe gepresst.

Blütentee/Blumentee

Bei diesen Tees handelt es sich nicht um Tees im klassischen Sinn, da sie nicht (ausschließlich) aus den Blättern der „Teepflanze“ bestehen. Blüten-/Blumentee kann aus unterschiedlichen Blüten wie z. B. Chrysanthemen-, Rosen-, Pfirsich- oder Lilienblüten bestehen. Einige Tees (meist grüne und schwarze Tees) werden bei der Herstellung mit Blüten versetzt, um diese geschmacklich zu verfeinern (z . B. Jasmintee). Auch diese Tees werden als Blüten-/Blumentee bezeichnet. Bei sogenannten Teerosen handelt es sich hingegen um Teeblätter, die um eine getrocknete Blüte herum zusammengebunden werden und in heißem Wasser aufgehen, was den Eindruck einer aufblühenden Blume erweckt.

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